Ein Sommernachtstraum - nach William Shakespeare

Aufführung der Theater-AG-Premiere am 16.07.2009

Nach nun mehr zwei Jahren Pause, bedingt durch den Wechsel in der Leitung der Theater-AG an unserer Schule, war es am Donnerstag, den 16.7.2009 endlich soweit: die "neue" Theater-AG unter Leitung von Frau K. Müller und Frau Raab- Bollinger feierte ihre Premiere mit dem Stück "Ein Sommernachtstraum- nach William Shakespeare".

Zwei Jahre haben die Schülerinnen sich auf diesen Tag vorbereitet. Auf der einen Seite perfektionierten sie in dieser Zeit ihre schauspielerischen Fähigkeiten, auf der anderen Seite studierten sie die Charaktere der handelnden Personen des geplanten Theaterstückes und  lernten diese Charaktere durch ihre Stimme und ihr Spiel zum Ausdruck zu bringen.

Am Donnerstag Abend stellten die Mädchen das Ergebnis ihrer langen Arbeit vor.

Wann entstand das Theaterstück, das an unserer Schule zur Aufführung kam, und worum geht es in diesem Stück überhaupt?

"A Midsummer Night´s Dream" entstand 1595/96 und wurde, so wird spekuliert, aus Anlass einer aristokratischen Hochzeit erstmals in relativ privatem Rahmen, aber wahrscheinlich im Beisein von Queen Elisabeth I., in London aufgeführt.1600 erschien die Komödie zum ersten Mal in gedruckter Form, es wird angenommen, dass diese Druckfassung direkt auf Shakespeares handschriftliches Manuskript zurückgeht.

 Im deutschsprachigen Raum entstanden schon früh zahlreiche Nachdichtungen und Übersetzungen. Eine der ersten bekannten Übersetzungen nahm Martin Wieland vor, der in den Jahren von 1762 bis 1766 zahlreiche Shakespeare-Stücke und darunter auch den Sommernachtstraum ins Deutsche übersetzte. 1797 legte August Schlegel eine weitere Übersetzung vor, die bis heute als eine der klassischen Shakespeare- Übersetzungen in Deutsche gilt. Zahlreiche weitere Übersetzungen folgten im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts. Die letzte und seither viel diskutierte Übertragung des Sommernachtstraums wurde 1995 von Frank Günther vorgelegt.

Frau Müller und Frau Raab- Bollinger entschieden sich für keine dieser Übersetzungen. Vielmehr schufen sie mit eigenen Texten und musikalischen Einlagen ihre eigene Version des Sommernachtstraumes und brachten diese zur Aufführung.

"Ein Sommernachtstraum" zeigt Paare vor und nach der Eheschließung:

Da sind Theseus ( Johanna Hensing, 9m) und Hippolyta (Mascha Wendel, 9m), deren Eheschließung bereits besiegelt und deren Hochzeitstermin bereits angesetzt ist, deren Verbindung aber nur von Theseus wirklich gewollt ist.

Ein weiteres Paar sind Hermia (Monika Lewandowski, 11b) und Demetrius (Janna Fodor, 9c), die einander versprochen sind. Hermia aber liebt Lysander (Pia Löbbert, 10c), soll aber dennoch nach dem Willen ihres Vaters Egeus (Kerstin Thiemann, 9m) Demetrius heiraten. Dagegen ist die schöne Helena (Nadja Dautel, 10c) immer noch in Demetrius verliebt, auch wenn dieser ihre Liebe verschmäht und sie immer wieder zurückweist.

Ein drittes Paar sind der reiche Patriarch Oberon (Ann- Julie Wasmer, 10c) und Titania (Rebecca Waldner, 10c). Oberon und Titania sind miteinander verheiratet, leben aber im Streit miteinander.

Dieses Stück, in dem die Liebe und Gefühle der unterschiedlichsten Menschen zueinander im Mittelpunkt stehen, wäre auch ohne das Eingreifen von Puck (Alrun Hofert 9a), dem Handlanger Oberons,  und Pucks Gehilfen, dem Zwerg (Catharina Groth- Tonberge 9m), aktions- und spannungsgeladen genug. Durch Zauberei sorgt Puck für grenzenloses Chaos.

In all dem Chaos sind die Handwerker Squenz (Judith Barth, 9c), Zettel ( Lena Krause, 9c) und Flaut (Klara Martens,9a) die einzigen, die ein aufrichtiges Ziel verfolgen- ein Theaterstück auf die Beine zu stellen. Auch sie geraten ungewollt in den Strudel der Ereignisse.

Das Stück lebt von Gegensätzen und Spiegelungen in Handlung und Figurenzeichnung. Aktion und Reaktionen sind kunstvoll ineinander verwoben, Protagonisten und Antagonisten wechseln ständig die Rollen, scheinbar Gegensätzliches schließt sich nicht aus- der Mensch ist eben nicht nur rational oder emotional, nicht nur vernunftvoll reflektiert oder animalisch triebhaft, nicht nur gut oder böse, sondern trägt stets beide Seiten in sich.

Und die Schülerinnen unserer Theater- AG haben dieses Stück meisterhaft umgesetzt. In monatelanger Arbeit ist es ihnen gelungen durch ihr Spiel diese Gegensätze erfahrbar zu machen. Der Zuschauer hatte die Gelegenheit sich in jede einzelne Person des Stücks hineinzuversetzen und den Wechsel der Emotionen und Stimmungen mitzuerleben und mitzufühlen.

Der Weg zur Premiere war für die Schülerinnen sicher nicht immer einfach. Das zeigt schon ihre Danksagung an Frau Müller und Frau Raab- Bollinger auf der Rückseite der kleinen Broschüre zu ihrem Stück, in der es heißt: "Wir danken Frau Müller, dafür, dass sie uns die zwei Jahre ausgehalten hat. Sie hat uns immer wieder bestärkt, wenn wir verzweifelt waren und das Stück eigentlich wegwerfen wollten".

Gut, dass ihr es nicht getan habt!

So durften wir eine Aufführung erleben, die wieder einmal mehr gezeigt hat, was für  ein schauspielerisches Talent in vielen unserer Schülerinnen schlummert. Und das nicht erst, wenn die Mädchen etwas älter sind, wie uns unsere Youngsters, die Elfen in diesem Stück ( Isabel Blinkert 8a, Jana Carstens 8a, Amina Strickler 8c, Charlotte Bellmann 8c, Rebecca Emmanuel 8d, Marie Mitternacht 8d, Johanna Ritter 8d und Dorien Keller 8e) gezeigt haben.

Zum Schluß ein ganz großes Lob und ein herzliches Dankeschön an die KollegInnen, die diesen Abend durch ihr großes Engagement erst möglich gemacht haben, Frau Karin Müller und Frau Raab- Bollinger. Ihr habt euch mit dem "Sommernachtstraum" einer großen Herausforderung gestellt und diese super gemeistert. Ihr habt euch mit euren Mädchen in die Herzen des Publikums gespielt und wir alle hoffen, dass wir bereits nächstes Jahr eine weitere Kostprobe eures Könnens genießen dürfen.

Hier finden Sie Bilder, die während der Generalprobe und der Premiere des Stücks gemacht wurden.