Spanischaustausch, Nigrán, 25.09.2013 - 04.10.2013

Seit mehreren Jahren macht das St. Ursula Gymnasium zusammen mit dem Geschwister-Scholl Gymnasium in Waldkirch einen Austausch mit dem I.E.S. Val Miñor in Nigrán, einer kleinen Stadt in Galicien, im Nordwesten Spaniens.

Alle, die am Austausch teilnahmen, waren total aufgeregt und gespannt, was sie in Spanien wohl alles erwarten würde. Es stellten sich viele Fragen: Ist meine Familie nett? Komme ich mit meinem Austauschpartner gut zurecht? Werden die Spanier mich überhaupt verstehen?

Endlich war der lang ersehnte Tag der Abreise gekommen. Es trafen sich alle mit voll gepackten Koffern und einer Packung Neugier vor dem Konzerthaus.

Als erstes ging es mit dem Bus nach Basel zum Flughafen, wo uns unser Flugzeug erwartete. Nach knapp zweieinhalb Stunden Flug landeten wir am Flughafen in Porto, einer Stadt im Norden Portugals, sehr nah an der spanischen Grenze. Dort holte uns ein Bus ab, der uns - immer Richtung Norden - bis zu unserer Partnerschule in Nigrán brachte. Je weniger Kilometer es wurden, desto aufgeregter wurden wir.

Endlich vor der Schule angekommen, lernte jede ihre spanische Familie kennen. „Zu Hause“ gab es noch etwas zu essen und wir unterhielten uns noch eine Weile, natürlich auf Spanisch...

Am nächsten Tag stand eine Fahrradtour auf dem Programm.

Jeder musste, einen Helm aufziehen, weil in Spanien eine ziemlich strenge Helmpflicht gilt. Unsere Austauschpartner

begleiteten uns.

Als erstes radelten wir nach Baiona, einer Nachbarstadt Nigráns, wo auch einige unserer Austauschpartner wohnten. Dort schauten wir uns den Parador de Baiona an.

Er sieht aus wie eine Burg, weshalb es uns verwunderte, dass er inzwischen als (Luxus-) Hotel genutzt wird.

Danach ging es weiter zum  Berg Monte Ferro, einem Aussichtspunkt, an dem man über das Meer bis zu den vorgelagerten Islas Cíes schauen kann. Dort legten wir eine kleine Rast ein.

Danach fuhren wir wieder zurück zur Schule, wobei sich während des Wegs einige von uns von der Gruppe trennten, um direkt nach Hause zu fahren.

Am Freitag verbrachten wir den Vormittag in der Schule und besuchten den Unterricht in verschiedenen Klassen.

Den Freitagnachmittag und das Wochenende über waren alle Deutschen in ihren Gastfamilien. Einige unternahmen etwas mit anderen Spaniern, die eine deutsche Austauschschülerin zu Gast hatten, andere verbrachten das Wochenende in ihren Gastfamilien, die uns Deutschen etwas von der Umgebung zeigten.

Am Montag war wieder ein Ausflug geplant. Dieses Mal ohne die Spanier, da sie in den Unterricht gehen mussten. Wir fuhren mit einem Boot vom Hafen in Vigo, der einer der wichtigsten für den Fischtransport in der Welt ist, zu den Islas Cíes.

Diese wunderschönen Inseln wurden 1980 zum Naturschutzgebiet erklärt und einer ihrer Strände gilt seit 2007 als der schönste der Welt.

Dies konnten wir nur bestätigen.

Auf der Insel stiegen wir auf den Berg, auf dem ganz oben ein Leuchtturm steht. Dort oben wurden wir mit einem atemberaubenden Blick übers Meer belohnt. Danach durften wir nach Belieben die Insel erkunden. Einige gingen sogar ins eiskalte Wasser.

Als wir gegen Abend wieder an der Partnerschule ankamen, erwarteten uns schon unsere Gastfamilien, denen wir viel zu erzählen hatten.

Den Dienstagvormittag verbrachten wir wieder im Unterricht. Zudem bekamen wir einen Vortrag über Petroglifos, die wir abends mit unseren Familien in Form eines kurzen Ausflugs besichtigten. Petroglifos sind Malereien, die aus der Steinzeit stammen und die man nur, wenn man Glück hat, zu bestimmten Zeiten sehen kann.

Am Mittwoch stand wieder ein Ausflug auf dem Programm. Dieses Mal ging es nach Santiago de Compostela. Wir bekamen eine Führung durch die Kathedrale, die auch das Ziel des Jakobsweges ist. Es war interessant zu sehen, wie viele Pilger an diesem Tag bei der Kathedrale an ihr Ziel kamen. Die Kathedrale ist ziemlich groß und innen sind sehr viel Goldverzierungen zu sehen. Wir durften sogar auf das Dach der Kathedrale, von wo wir eine tolle Aussicht über die Dächer von Santiago de Compostela hatten.Nach der Führung durften wir uns noch einige Zeit selbstständig in der Stadt umsehen, bevor wir gegen Nachmittag auch schon wieder den Rückweg nach Nigrán antreten mussten.

Die Zeit in Spanien neigte sich mit immer größeren Schritten dem Ende zu. Am Donnerstag, unserem letzten ganzen Tag in Spanien, besuchten wir morgens wieder den Unterricht und bereiteten unter anderem kleine Karten für unsere Gastfamilien vor.

Abends fand das Abschlussfest statt, bei dem es ein spanisches, wie auch ein deutsches Programm gab, das einige Schüler vorbereitet hatten. Dort übergaben wir dann auch die Karten an unsere Gastfamilien, die sich sehr darüber freuten.

Nach dem Programm gab es ein Buffet, zu dem jede spanische Familie etwas beigetragen hatte. Wir machten noch eine kleine Privatdisco in der Schule, bei der wir auf die verschiedensten spanischen und deutschen, aber auch auf englische Lieder tanzten.

Am nächsten Morgen, dem Tag der Abreise, konnten wir etwas länger schlafen, weil wir uns erst am späten Vormittag an der Schule einfinden mussten.

Wie sagt man so schön? Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Und genau der Zeitpunkt war jetzt leider gekommen. Wir mussten Abschied von unseren spanischen, sehr lieb gewonnenen Freunden nehmen. Es war ein schwerer Schritt, in den Bus zu steigen, doch nachdem sich alle noch zehnmal umarmt hatten, mussten wir leider fahren. Aber der Abschied war ja nicht für immer. Im Januar bekamen wir nämlich den Gegenbesuch der Spanier, mit denen wir auch in Deutschland eine schöne und unvergessliche Zeit hatten.

 

Lea Bennemann, 10d