Chor- und Orchesterkonzert in der St.Andreas Kirche in Freiburg- Weingarten
Sonntag, 5. Februar 2017

Das letzte gemeinsame musikalische Projekt unserer Schulchöre mit den „Ursula Symphonics“ beim letztjährigen Sommerkonzert, bei dem auch die langjährige Orchesterleiterin, Frau Raab-Bollinger, verabschiedet wurde, liegt noch gar nicht soweit zurück. Und trotzdem durfte die Schulgemeinschaft bereits Anfang Februar mit Spannung dem nächsten Konzert entgegen fiebern. Die Leitung der „Ursula Symphonics“ lag dabei erstmals in den Händen von Frau Verena Naab und Frau Katharina Skala.

Seit Beginn des Schuljahres probten sowohl das Orchester als auch unsere Schulchöre, die unter der professionalen Leitung von Herrn Matthias Ratzel stehen, an ihrem „Mendelssohn- Programm“. Das Ergebnis ihrer gemeinsamen Vorbereitung, nicht zuletzt bei den Intensivprobentagen in Ochsenhausen, präsentierten sie nun der Schulgemeinschaft. Dem Programminhalt Rechnung tragend wählten sie dafür die St. Andreas Kirche in Weingarten als Aufführungsort.

Im Zentrum des Konzertes stand die große Kantate „der 42. Psalm“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der 42.Psalm „Wie der Hirsch schreit“ ist eine Kantate für Sopran, Chor und Orchester. Die textliche Grundlage bildet der alttestamentarische Psalm 42 in der Übersetzung vom Martin Luther. Das Werk entstand 1837 größtenteils während der Hochzeitsreise von Mendelssohn, die das Brautpaar durch das Elsass und den Schwarzwald führte. Die ersten beiden Sätze, sowie der 6.Satz entstanden während des Aufenthaltes des Brautpaares in Freiburg i.Br., der Schlusschor wurde später hinzugefügt. Robert Schumann bewertete 1837 Mendelssohns 42. Psalm als die "höchste Stufe, die ... die neuere Kirchenmusik überhaupt erreicht hat". Und auch Mendelssohn selber, der sehr kritisch mit seinen eigenen Werken umging, schätzte den 42.Psalm als eines seiner besten Kirchenkompositionen ein.

Kein leichtes Stück, das die „Ursula Symphonics“ für ihr erstes gemeinsames Auftreten unter neuer Leitung gewählt haben. Und doch spielten sie, als hätte es einen Wechsel nie gegeben. Den jungen Orchesterleiterinnen ist es in der kurzen Zeit seit Beginn des Schuljahres meisterhaft gelungen ihre  Spielerinnen auf sich einzustimmen, sie für viele Musikrichtungen zu begeistern und ihnen alles an spielerischem Können zu entlocken, was diese zu bieten haben. Und das ist, wie wir in den Jahren davor erleben durften, sehr viel.

Auch die Chöre unserer Schule unter der Leitung von Herrn Ratzel haben den Konzertbesuchern wieder einmal mehr ein unvergesslich schönes Musikerlebnis geboten. Das Zusammenspiel zwischen den Stimmen unserer Schülerinnen, LehrerInnen, Eltern, den männlichen Solisten und der Sopranistin, Frau Sonja Bühler, war die reinste „Ohrenfreude“ und ließ den Besucher für eine kurze Zeit das Grau des Alltags und des gegenwärtigen Wetters vergessen.

Neben dem 42.Psalm durften sich die Konzertbesucher an weiteren Werken aus dem Hause Medelssohn erfreuen: „Andante con moto“ aus der Sinfonie Nr.3, „Hebe Deine Augen auf zu den Bergen“ aus dem „Elias“ Oratorium, „Verleihe uns Frieden“, sowie die Overtüre C-Dur von Mendelsssohns Schwester Fanny Hensel.

Fanny schrieb dieses Stück im Jahre 1832. Die Ouvertüre kam erstmals im Jahre 1834 bei einer Sonntagsmusik mit dem Königsstädter Orchester unter dem Dirigenten Lecerf zur Aufführung. Fanny Hensel schrieb 1834 über diese Aufführung in einem Brief: „Es amüsierte mich sehr das Stück nach  2 Jahren zum ersten Mal zu hören und ziemlich alles so zu finden, wie ich es mir gedacht hatte.“

Thematisch eingestimmt auf die einzelnen Psalmen wurden die Konzertbesucher von Frau Ulla Hartwig, die jeweils moderne Überarbeitungen der jeweiligen Psalmen vorgetragen hat.

Liebe Frau Naab, liebe Frau Skala, lieber Herr Ratzel, liebe MusikerInnen „Gross“ und „Klein“, vielen Dank für dieses unvergesslich schöne Kirchenkonzert.

Wir freuen uns schon auf das nächste gemeinsame Musizieren beim Sommerkonzert 2017.

Hier finden Sie Aufnahmen, die während des Konzertes entstanden sind.